Das war also die Keynote. Gut eine Stunde hat sie gedauert, im Anschluss lief noch eine Frage-Antwort-Runde mit Steve Jobs, Phil Schiller und und Scott Forstall. Alles drehte sich rund um das neue iPhone OS 4.0; neben mehr als hundert kleineren Änderungen (siehe das Bild links) gab es sieben große Neuerungen, die wir jetzt noch einmal ohne Hektik vorstellen.
1. Multitasking. Dies war zweifellos die für viele wohl wichtigste, am längsten erwartete und umstrittenste Neuerung. Apple hat sich jede Menge Zeit gelassen, um auch ein vernünftiges Multitasking zu programmieren – mit dem großen Ziel, weder die System-Performance noch die Akkulaufzeit zu beeinträchtigen. Zwischen den Apps zu wechseln kann man über den Home-Button. Daraufhin erscheint am unteren Rande des Bildschirms eine Leiste mit den aktiven Apps. Das Geheimnis von Multitasking ist, dass die Apps einfach aus dem laufenden Programm “abgewürgt” werden, wenn man sie verlässt, und beim erneuten Aufruf in exakt diesem Zustand wieder präsentiert. Manche Apps können aber auch im Hintergrund weiterlaufen, sofern die Entwickler dies für sie vorsehen. So kann man beispielsweise im Hintergrund weiter Musik hören, oder via Skype einen Anruf tätigen und zur gleichen Zeit in eine andere aktive App wechseln; auch lassen sich Anrufe, die z. B. via Skype getätigt werden jederzeit annehmen. Des weiteren können auch Navigationsprogramme, die stets den aktuellen Standort des Anwenders benötigen, diesen im Hintergrund abfragen. Auch Push und Local Notifications laufen im Hintergrund – und eben diese Leisten-App, mit der die Nutzer schnell zwischen den verschiedenen Apps wechseln können.
2. Ordner. Mithilfe von Ordnern soll der Anwender künftig nicht den Überblick auf dem Homescreen verlieren. In Ordner lassen sich Apps einfach ablegen; die Ordner zeigen dann jeweils ihren Inhalt in einem kleinen Bild an. Diese Ordner lassen sich dann einfach öffnen. Man kann Ordner auch durchsuchen oder ins Dock ziehen. Damit gibt es zumindest eine ansatzweise Dateistruktur für das iPhone, mit der sich leicht Ordnung schaffen lässt. Außerdem lassen sich mit Ordnern mehr als 2100 Apps auf dem iPhone ablegen – nicht wie bisher 180. Dem Kunden sind damit kaum noch Grenzen mit der App-Anzahl auf dem Gerät gesetzt.
3. Mail mit gemeinsamer Inbox. Wie schon erwartet wurde die Mail-App in großen Teilen ausgebaut. So werden nun in einem gemeinsamen Posteingang die Mails aller Accounts präsentiert – ein kleines, aber feines Feature, wie es bereits von Steve Jobs angekündigt wurde. Auch lassen sich Mails besser sortieren und Anhänge wie schon auf dem iPad in spezifischen Apps öffnen. Auch verschiedene MS Exchange-Accounts sind möglich.
4. iBooks. Die App vom iPad steht künftig auch allen iPhone- und iPod Touch-Usern zur Verfügung. Auf dem kleinen Gerät präsentiert sich die Bücher-App nahezu genauso wie auf dem iPad, nur kleiner. Bücher sollen sich ebenso gut lesen lassen, zur Not muss man in die Schrift hineinzoomen. Auch auf den iBookstore lässt sich vom iPhone aus zugreifen. Kurzum: iBooks gibt es nun fürs iPad.
5. Funktionen für Geschäftskunden. Das iPhone ist nun besser vor Angriffen aus dem Netz geschützt; zugleich lassen sich Daten besser verschlüsseln. Auch sind verschiedene MS Exchange-Accounts möglich (wie schon weiter oben erwähnt).
6. Gamecenter. Für das iPhone gibt es weit mehr Spiele als für andere Geräte, die sogar speziell als Spielkonsolen ausgelegt sind. Nun gibt es ein eigenes Spiele-Netzwerk. Die Nutzer können ihre Spiele verwalten, sich zum spielen treffen, Matchs vereinbaren, Punktestände austauschen und vieles mehr. Auch können sie nun Freunde einladen.
7. iAd. Die letzte Neuerung im neuen OS sollte nicht zu verachten sein. Mit iAd stellt Apple eine eigene Werbeplattform vor. Die neue Werbung stört nicht mehr im Browser, sondern Entwickler können sie direkt in Apps platzieren oder eigene Apps dafür entwerfen. Die Werbung ist dabei interaktiv sein und den Nutzer zugleich ansprechen. Apple hat eine gute Rechnung gemacht: so könnten sich mit durchschnittlich 10 “Impressions”, also Bannern, am Tag, täglich bis zu eine Milliarde Banner erreichen lassen. Der Nutzer soll allerdings die aktuelle App noch nicht einmal verlassen müssen, wenn er auf die Werbung klickt. Und nein, kein Flash, die Entwickler werden aufgefordert ihre iAds komplett in HTML 5 zu programmieren, können dabei aber auf iPhone-spezifische Features zugreifen.
Das waren die sieben Neuerungen. Ab sofort können Entwickler das erste SDK 4.0 auf der Apple-Entwicklerseite herunterladen.
Zur Kompatibilität ein Wort: das iPhone OS 4.0 soll ab dem Sommer mit dem iPhone 3GS und dem iPod Touch der dritten Generation kompatibel sein, ebenso mit dem iPhone OS und dem iPod Touch der zweiten Generation, diese unterstützen allerdings nur begrenzt die Features und z. B. keine Funktionen wie Multitasking. Für das iPad soll das OS ab Herbst startklar sein.
Nach der Keynote gab es dann noch eine Q&A-Runde, bei denen auch nicht viel Neues ans Tageslicht gekommen ist. Flash ist weiterhin auf den Apple-Geräten tabu, und das iPad wird pünktlich Ende April ausgeliefert.
So weit von uns. Wir von iPadpress.de verabschieden uns jetzt und sind morgen wieder für euch da. Allen Leser noch einen schönen Abend!
….. von allen (iFUN, Tagesanzeiger… )seit Ihr die besten gewesen, DANKE
Keine Ursache
Puh, war eine ziemliche Hektik gestern Abend, beinahe hätten wir’s nicht ganz geschafft mit der Umleitung und allem… naja, hoffen wir, dass von nun an immer mehr Leser unsere Seite finden, damit wir künftig auch wieder Live-Ticker veranstalten können