Das iPad und die Kamera: was Apple plante und doch verwarf

Bereits vor der Keynote wurde viel darüber spekuliert, ob das iPad womöglich eine Frontkamera für Videokonferenzen und kurze Filme besitzen würde. Auf der Keynote selber erwähnte Steve Jobs kein Wort über eine Kamera, auch in den Produktbeschreibungen taucht sie nicht auf. Dennoch brodelt es in der Gerüchteküche weiterhin rund um eine mögliche Kamera.

So war eine Kamera offenbar ursprünglich eingeplant und wurde erst in letzter Sekunde, möglicherweise aufgrund technischer Probleme, gestrichen. Darauf deutet ein Hinweis auf dem iPad Simulator des aktuellen iPhone OS 3.2, wie fscklog berichtet. Wer im Adressbuch einen Kontakt aufruft und auf das Bild tippt, ist demnach in der Lage, das Kontaktbild direkt per Kamera aufzunehmen – obwohl solch eine Kamera noch gar nicht bei dem Gerät vorhanden ist. Zudem soll es in den Einstellungen des Geräts Hinweise auf mögliche Videokonferenzen geben. Dabei handelt es sich wahrscheinlich um Codeschnipsel, die Apple noch nicht entfernt oder versteckt hat.

Zudem besitze das iPad laut Mission Repair Blog, ein Reperaturdienst, bereits den entsprechenden Platz für eine Kamera. Die mobile iSight würde sich an der oberen Leiste des Geräts befinden – ähnlich wie bei den MacBooks und iMacs. Mission Repair Blog will bereits einzelne Ersatzteile empfangen haben. Demnach soll der Rahmen bereits eine den MacBooks ähnliche Ausspartung am oberen Rand besitzen, die nur für eine Kamera gedacht sein könnte.

Macnews.de hat währenddessen noch einmal einen genauen Blick in die Keynote-Aufzeichnung vom letzten Mittwoch geworfen und glaubt gesehen zu haben, dass Steve Jobs’ Gerät bei der Keynote bereits eine Kamera besitzt – oder zumindest eine Ausspartung dafür. Tatsächlich: bei ganz genauem Hinsehen erkennt man den von den MacBooks und iMacs bekannten helleren Punkt an der Oberseite des Geräts. Womöglich besitzt Steve Jobs bereits den Prototypen einer künftigen iPad-Version. Macnews.de spekuliert währenddessen darüber, dass die Vorstellung der Frontkamera des iPads womöglich zeitlich gleich fallen könnte mit der des iPhones, welches im Frühling oder Sommer eine erhalten könnte. Demnach könnte Apple in den nächsten Monaten doch noch mit einer Kamera “überraschen” – für wahrscheinlich halten wir das allerdings nicht, denn dann hätte Apple gewiss eine Ankündigung gemacht. Weder bei den Bildern auf Apples Produktwebsite zum iPad noch auf den Fotos von den Pressevertretern, die das iPad bereits für einige Minuten in der Hand halten durften, ist dieser charakteristische Punkt zu sehen.

Eine ganz andere Erklärung für das Fehlen der Kamera könnte in Apples Vermarktungsprinzip liegen: denn wenn Apple das iPad tatsächlich mit einer Frontkamera ausgestattet hätte, würden natürlich die Ansprüche bei den nächsten Generationen umso größer. Entweder müsste Apple die Kunden dann mit nur geringen Produktupdates enttäuschen oder mit einer Preiserhöhung – wobei beides nicht vorteilhaft wäre und bei den nächsten Generationen den Verkaufszahlen deutlich zusetzen würde. So aber kann sich Apple sicher sein, dass es beim Verkaufsstart des iPads bereits genügend begeisterte Liebhaber gibt, die sich das Gerät sofort ordern, während die Firma bei den nächsten Produktupdates dennoch genügend nützliche Features in der Hinterhand hat, mit der es die Kunden beeindrucken und zum Kaufen bewegen kann.

Wenn man den Gerüchten glaubt, soll das iPad mit der Videokamera eine neue App zur Videotelefonie erhalten, ähnlich wie auf dem Mac iChat. Auch eine separate Kamera-App wie auf dem iPhone wäre denkbar. Das Wall-Street-Yournal glaubt laut AppleInsider währenddessen, dass das iPad dank der Kamera Gesichtserkennung erhalte, war sich allerdings nicht sicher, ob das gleich bei der ersten Generation der Fall sein würde. Dadurch ließen sich mehrere Benutzer wie auf dem Mac vorstellen, die ihre eigenen Benutzeraccounts verwalten und sich deshalb nicht mit den Apps und Emails in die Quere kommen – das iPad wäre also ein Gerät für die ganze Familie. Und spätestens mit der zweiten iPad-Generation, die Anfang des nächsten Jahres erscheinen könnte, dürfen wir uns auf eine Kamera und Videotelefonie freuen.

2 Responses to Das iPad und die Kamera: was Apple plante und doch verwarf

  1. [...] es scheint so, als hätte Apple bis kurz vor der Veröffentlichung an eine Einbindung für eine Frontkamera gearbeitet und diese erst in letzter Minute aus dem Repertoire gestrichen, womöglich aufgrund [...]

  2. [...] Die erwartete Kamera im iPad, über die lange spekuliert wurde, ist bei der Veröffentlichung ausgeblieben. Viele Gerüchte rankten sich jedoch darum, dass das iPad ursprünglich eine Kamera besitzen sollte, die erst in letzter Sekunde aus dem Repertoire gestrichen wurde – oder das die nächste Generation eine Kamera besitzen würde; wie wir bereits ausführlich berichteten. [...]

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