Apple vs. Adobe: das fehlende Flash

Brachte das iPhone OS 3.2, das speziell für das iPad entwickelt wurde, doch viele Neuerungen mit sich, hat Apple doch einige Erwartungen enttäuscht, nämlich unter anderem die für Flash.So wird die New York Times Website auf dem iPad aussehen

Während der Keynote ist kein Wort über Flash gefallen. Als Steve Jobs Mobile Safari fürs iPad präsentierte, waren jedoch auf der New York Times Seite kurzzeitig fehlende Flash-Banner zu sehen. Das war Apples Kampfansage für Flash; hatten viele Kunden doch erwartet, dass das iPad, das schneller und leistungsfähiger ist als ein iPhone, Flash unterstützen würde.

Apple selbst nennt schon kurze Zeit nach der Keynote triftige Gründe für das Fehlen von Flash: so sei Flash eine alte, aussterbende Technik, unsicher, enorm resourcenfressend und verursache einen Großteil der Abstürze auf Mac und PC, wie Jobs laut Valleyvag aussagt. Viele Browser-Hersteller beklagen sich bereits, dass Flash ihre Browser unzuverlässig mache.  Würde man eine Flash-Unterstützung in das iPhone OS integrieren, nähme man ein unkontrollierbares Stück Code mit ins System auf, dem sich im Zweifelsfall nicht Einhalt gebieten ließe. Nach neuesten Gerüchten solle die Batterielaufzeit sogar auf anderthalb Stunden sinken, würde das System Flash unterstützen.

Des weiteren betonte Apple, dass man heutzutage sowieso auf dem Weg zu neuen Technologien sei. So würden bereits Online-Video-Webseiten wie Youtube, MyVideo oder Vimeo bereits mit html5 experimentieren. Zwar sei diese Technologie noch im Beta-Status und biete längst nicht so viele Möglichkeiten wie Flash, aber mit der Zeit könnte sie dem Adobe-Standard kräftig zusetzen. Zudem lassen sich Flash-Videos auch ohne Flash abspielen, indem das entsprechende Programm von anderer Seite darauf zugreift – denn so funktioniert letzten Endes auch die Youtube-App.

Adobe hingegen will nichts von der Fehleranfälligkeit und Unsicherheit von Flash wissen: auf dem firmeneigenen Blog schreibt Adobe entzürnt, Apple würde mit Willkür Flash aussperren. Flash sei sicher und zuverlässig, außerdem würden 85 der 100 beliebtesten Webseiten weltweit Flash benutzen, 75 % aller Online-Videos basierten auf Flash, ebenso 70 % aller Online-Spiele. Auch eBooks im ePub-Format, die Online im Web verfügbar sind, würde Apple demnach ausschließen. All diese Webseiten und Spiele würden so dem iPad-Nutzer verschlossen bleiben.

Hoffnungen keimten hingegen auf, als auf dem iPad-Video auf der Apple-Website kurzzeitig die New York Times Website mit einem laufenden Flash-Banner zu sehen war. Doch kaum dass Stimmen laut wurden, hat Apple klammheimlich auch schon den Flash-Inhalt wieder aus dem Video entfernt. Wie er hingegen auf das Gerät kam, ist den Spekulanten ein Rätsel – vielleicht waren auch nur Apples Final Cut Experten am Werk, um dem Film einen besseren Ausdruck zu verleihen.

Die Meinungen der Menge sind hingegen ganz unterschiedlich: manche halten wie Apple Flash für eine sterbende, längst veraltete Technologie und befürworten, dass Apple mit der fehlenden Unterstützung den Untergang “beschleunigt”. Andere ärgert die Flash-Unterstützung. Doch egal, was man auch munkelt: für zahlreiche Autonormalverbraucher wird die fehlende Flash-Unterstützung des iPads ein Manko sein und die Umgewöhnung nur langsam vonstatten gehen, schließlich hat Apple nicht vor sich in absehbarer Zeit doch noch erweichen zu lassen und Flash Zugang zum iPhone OS zu verschaffen. Und dass einen auf den Websites weniger nervige Werbebanner erwarten, ist sicherlich ein Trost.

Zumindest die künftigen Jailbreaker dürfen sich freuen, denn sicherlich wird es für sie wie bisher auch schon für die iPhone- und iPod Touch-Kunden Hacks geben, die Flash freischalten – und natürlich das System unsicherer machen, versteht sich.

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