Das Dashboard fürs iPad: entwickelt, abgelehnt, zur Open Source gemacht

Das Dashboard fürs iPad: nur als Jailbreak-App

Das Dashboard fürs iPad: nur als Jailbreak-App

Als möglicher Er- oder Zusatz für Multitasking auf dem iPad wird schon länger darüber spekuliert, ob Apple womöglich eine dem Mac OS X-Dashboard-ähliche Umgebung in der Hinterhand hat. Der Student Rich Hong hat sich schon einmal ausführliche Gedanken über so eine App gemacht und mit den iPad Systemresourcen gespielt (wir berichteten). Inzwischen ist aus seinem Entwurf eine ziemlich erwachsene App geworden, die sich sehen lässt. Rich Hong hat sie deshalb auch für den App Store eingereicht, doch es kam, wie es kommen musste – die App viel bei der Eingangskontrolle durch.

Als offizielle Begründung für die Absage wählte Apple die Worte, die App “widerspreche der Benutzererfahrung des Users”. Das findet der Entwickler – und auch andere User – nun nicht gerade. Eine andere denkbare Möglichkeit wäre, dass Apple selbst doch noch ein Dashboard in Planung hat, das möglicherweise im Herbst im OS 4.0 eingesetzt werden könnte. Eine weitaus unspektakulärere Erklärung wäre aber, dass Apple hier schlicht und einfach launisch war und die App nicht in Apples typisches App-”Schema” passt. Fakt ist, dass die App nicht im Store ist. Der Entwickler scheint das recht schnell begriffen zu haben und hat sie kurzerhand zur Open Source erklärt.

Das Dashboard fürs iPad

Seitdem lässt sich die Software auf GitHub herunterladen – sogar als Quelltext. Wer sie trotz der Ablehnung auf seinem iPad haben will, muss nun entweder jailbreaken oder ein kostenpflichtiges Entwickler-Account bei Apple besitzen. Wir haben die App für euch einem kurzen Test im iPad Simulator unterzogen.

Im großen und ganzen macht die App einen recht guten Eindruck. Die App greift auf die Widgets zu, die auch das normale Apple-Dashboard besitzt, sodass keine neuen Widgets entwickelt werden müssen: per Mausklick gelangt man auf die Apple Widgets-Seite und kann von dort ein Widget hinzufügen. In einer Palette, wie sie auch das Mac OS X-Dashboard besitzt, lassen sich die Widgets dann verwalten und nach Belieben überall im Dashboard platzieren – die Bedienung ist also sehr einfach und Apple-like. Einige der Standard-Widgets wie der Taschenrechner oder das Wetter sind schon vorgegeben. Auch auffallend ist die Stabilität, mit der das Dashboard läuft; in unserem Test haben wir überhaupt keinen Absturz zu verzeichnen. Die App startet und läuft sehr rasch.

Das Dashboard fürs iPad; die Welt der WidgetsAllerdings hat die App auch Nachteile: sie ist eben als gewöhnliche App geschrieben und demnach auch über ein App-Icon aufzurufen. Praktischer wäre hierzu eine Lösung wie den Doppelklick des Home-/ oder Startbuttons des iPads, sodass die App von überall aufrufbar ist. Auch funktionieren längst nicht alle Widgets: sobald eines zusätzliche Systemresourcen oder Plugins benötigt, die das iPhone OS nicht besitzt, gibt die App eine Fehlermeldung aus oder die App wird gar nicht erst installiert. Und das ist bei mehr Widgets der Fall, als man erwartet. Auch laufen viele Widgets aufgrund der Touch-Bedienung nicht so, wie sie eigentlich sollten – Scrollbars streiken, man muss oft mehrmals Klicken, etc.

Alles in allem ist die App jedoch recht gelungen. Wer sie in Aktion sehen will, kann das über folgendes YouTube-Video.

One Response to Das Dashboard fürs iPad: entwickelt, abgelehnt, zur Open Source gemacht

  1. [...] Dashboard App, welche allerdings durch die App Store Prüfung durchfiel und jetzt Open Source ist (wir berichteten). Wie ein Dashboard fürs iPad ebenfalls aussehen könnte, zeigt nun ein schweizer Entwickler [...]

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